Sängervereinigung Mühlau

Im Jahre 1920 sammelten sich junge Mühlauer Burschen und Mädchen um Ferdinand CSAJKA und gründeten die Sängervereinigung Mühlau. Die Zeit des gemischten Chores währte nicht lange und es entstand daraus ein Männerchor, der sich der Pflege des Tiroler Volksliedes verschrieb.

Bald stellten sich musikalische Erfolge ein und die erste Schallplatte wurde besungen. Die folgenden Konzertreisen ins benachbarte Deutschland führten den Chor bis hinauf an die Nordsee, wobei diese Reiselust mit der Teilnahme am Deutschen Sängerbundesfest 1937 in Breslau ihren vorläufigen Höhe­punkt erreichte.

Nicht einmal die Wirren und Schwierigkeiten der Kriegs‑ und Nachkriegszeit konnten den traditio­nellen Geist der Pflege und Hochhaltung Tiroler Kulturgutes und vor allem des Volksliedes brechen. Mit beispiellosem Idealismus gelang es Obmann Franz STENGG nach dem Krieg den Verein neu auf­zubauen und besonders die Jugend für das Volkslied zu begeistern.

1958 übernahm der für die Mühlauer geradezu geborene Franz Josef SIGMUND die Chorleitung. Sein Humor, sein "musikalisches G'spür" und sein Engagement für die Belange der Sängervereinigung präg­ten seine 22‑jährige erfolgreiche Tätigkeit.

Die Auftritte im gesamten deutschen Sprachraum, in Holland und Italien, die beiden Konzertreisen "Vom Fels zum Meer" und die Sonderkonzerte bei den Deutschen Sängerbundesfesten hinterließen unvergeßliche Eindrücke.

Zu einem Markstein in der Vereinsgeschichte gestaltete sich die im Jahre 1970 ausgerichtete Festwoche anläßlich der 50‑Jahr‑Feier der Sängervereinigung Mühlau. Nach über 100 Konzerten der Gastvereine krönte der abschließende kilometerlange Festzug, der Tausende Sängerfreunde aus den benachbarten Ländern und aus Übersee vereinte, ein bisher nie erlebtes Sängerfest.

Im Jahre 1973 übernahm Dankmar KLONEG die Funktion des Obmannes und seinem Bemühen ist es zu verdanken, daß die Mühlauer endlich ein eigenes Vereinsheim im Neubau der Volksschule Mühlau beziehen konnten.

Die musikalischen Erfolge fanden in den 70er Jahren einen weiteren Höhepunkt, als die Sängervereini­gung Mühlau erstmals zu einer Konzertreise in die Vereinigten Staaten "in die Luft ging".

Seit dem Jahre 1980 ist Siegfried SINGER der musikalische Leiter, der die Mühlauer Sänger weiter auf dem Weg der Pflege des bodenständigen alpenländischen Volksliedes führt.

Die Vereinsführung durch den seit 1983 amtierenden Obmann Josef RUDIFERIA bietet Gewähr dafür, daß die Sängervereinigung Mühlau auch weiterhin das erfolgreiche Wirken fortsetzen kann.

So haben die Mühlauer Sänger, getreu ihrem Motto "Tirolerisch in Sitt' und Brauch, ist unser Lied und Jodler drauf", nun durch Jahrzehnte bei ihrem alljährlichen Volkliederabend und besonders bei den letz­ten Konzertreisen nach Finnland, Slowenien und in die ehemalige DDR wesentlich zur Pflege und Be­kanntmachung des Tiroler Volksliedes beigetragen.

Mühlau

heute ein Stadtteil der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck, war bis 1938 eine selbständige Gemeinde, deren Gebiet sich vom linken Innufer bis in die Hochgebirgsregion der Nordkette erstreckt.

Chorleiter Siegfried SINGER

ist 1947 in Mühlau geboren und dort aufgewachsen. Sein Großvater mütterlicherseits war 1920 Grün­dungsmitglied des Chores, sein Vater Ehrenmitglied der Sängervereinigung Mühlau.

Siegfried SINGER gehört der Sängervereinigung seit dem Jahre 1966 als Mitglied an und leitet den Chor seit 1980. Neben der Pflege des überlieferten Tiroler Volksliedes ist er immer wieder darauf bedacht, geistliche und anspruchsvolle weltliche Männerchorliteratur in die Programme mit einzubeziehen. Seine tonschöpferische Tätigkeit ist reichhaltig und praxisbezogen. Neben einigen vokalen und instrumentalen Kompositionen verfaßte er über 200 Chorsätze für alle Chorgattungen.

Beruflich ist er Fachinspektor für Musikerziehung an mittleren und höheren Schulen in Tirol und Vor­arlberg.

Die Augeiger

Die Augeiger sind eine Geigenmusig, die 1990 aus der Musizierwoche des Tiroler Volksmusikvereines hervorgegangen ist. Dort betreute der Geigenlehrer Gregor LEUTSCHACHER die Geigenschülerinnen Waltraud REITMEIR und Barbara AICHNER und organisierte dazu mit Sabine FONTAN auf der Harfe und Barbara REITMEIR auf dem diatonischen Hackbrett eine schwungvolle Begleitung. Er selbst griff zur Baßgeige und gab damit der Gruppe das nötige Fundament.

Schon der erste Auftritt beim Alpenländischen Volksmusikwettbewerb in Innsbruck bescheinigte ihnen das Prädikat "ausgezeichnet". Inzwischen sind die Augeiger mit ihren typischen Zillertaler Geigenstückln und vor allem mit den "Selbstgestrickten" nach Tradition der Tiroler Volksmusik aus der Szene nicht mehr wegzudenken.

Die Mitglieder der Gruppe kommen alle aus Familien, in denen von klein auf überlieferte Volksmusik gepflegt wurde. Aus dem spielen sehen Umgang mit einem Instrument ergab sich nach und nach auch das Interesse für andere Musikrichtungen. So ist es nicht verwunderlich, daß die ehemaligen Schüle­rinnen des Musikgymnasiums in Innsbruck alle die Musik zu ihrem zukünftigen Berufe erwählt haben.